ursimwald.ch

Urs im Wald

Die Eidgenossen halten sich tapfer

Vor drei Jahren habe ich als Uferschutz Erlen an den Bachrand gepflanzt. Kleine Pflänzlinge von nicht mal einem Meter Höhe aus einer Baumschule in der Schweiz. (Wo gibt es schon Bamschulen hier. Wenn man einen Baum braucht, holt man ihn aus dem Wald. Dort wachsen sie doch…) Inzwischen sind die meisten der ungefähr 30 gepflanzten zu prächtigen jungen Bäumen von schon über drei Meter Höhe herangewachsen. Letzte Woche konnten sie sich im Uferbereich bewähren. Die helftigen Regenfälle haben den sonst eher trägen Bach zu einem echten Wildwasser anschwellen lassen. Die Bäume haben gezittert, aber den Fluten standgehalten.

Das Wetter macht interessante Kapriolen. Früher Schneefall im November gefolgt von Hochwasser. Und jetzt kalte, aber sonnige Tage. Es wird langsam Zeit, dass die Türen dicht werden. Ich bleibe dran.

Der Winter hat gewonnen

Blick aus meinem Fenster heute Morgen

Im Wettlauf mit der Zeit ist mir der Wintereinbruch zuvorgekommen. Meine Aussentüre ist noch nicht bereit. Aber die paar Zentimeter Nassschnee werden schnell wieder verschwinden. Dafür ist mein Ehrgeiz umso mehr angestachelt, meine erste Türe funktionstüchtig zu machen. Bei Innentemperaturen von 17 Grad am Morgen und 21 am Abend kann ich gut auch mit einem Provisorium überleben.

Bahnschwellen zu Türen

Für die sechs Aussentüren der beiden Häuser habe ich vorgesehen, sie gleich wie die alten in Eiche oder Kastanie neu zu bauen. Dazu sind mehr als einen halben Kubikmeter Holz notwendig. Ich konnte nicht widerstehen, als mir Eisenbahnschwellen zu einem sehr guten Preis angeboten wurden. Ich habe deshalb 20 zwei Meter lange und 35 Kilo schwere Eichenbalken neulich als Reserve in meinem Atelier aufgeschichtet. Aber schnell zeigte sich die Krux bei diesem Geschäft: das aussen mehr oder weniger trockene Holz hat innen einen noch viel zu hohen Feuchtigkeitsgehalt um verbaut zu werden. Die Lösung: mit meiner Motorsäge musste ich die Schwellen zu 45 Millimeterbrettern zersägen. Jetzt lagern die Bretter zum Trocknen im Atelier. Fazit: Alles hat seinen Preis. Wenn nicht in Euro, dann in zusätzlicher Arbeit.

Schon wieder diese Mitesser

Gleich drei dieser Mitesser habe ich heute auf meinen Rüebli gefunden. Anders als bei den Kartoffel- und den Spargelkäfern lasse ich diesmal aber Milde walten. Eigentlich ungerecht denen gegenüber. Aber diese schönen Raupen sind ja auch nicht so radikal gefrässig und überlassen mir anschliessend nach ihrem Mahl das ganze Rüebli zum Essen. Und im nächsten Sommer kann ich mich wieder an noch schöneren Faltern erfreuen.

Das hat mir Anlass gegeben, wieder einmal nachzulesen, wie die Evolutionsbiologie die Metamorphose erklärt:
https://www.scientificamerican.com/article/insect-metamorphosis-evolution. Eine einzige Mutation vor 280 Millionen Jahren soll‘s ermöglicht haben… Ich staune.

Alles ist im Fluss

Hat man mal einen Plan gemacht, dann sind schon bald die ersten Änderungen fällig.

So bin ich schon mehr als drei Jahre am ständigen Anpassen meines Weges zum Ziel: hier zu wohnen. Der ursprüngliche Plan war, nur über eine Waschküche für beide Häuschen zu verfügen. Da aber für den Rohausbau des zweiten Hauses weit und breit kein maçon in Sicht ist, musste ich für eine Lösung im bestehenden Umbau sorgen. Also musste im alten Stall eine Ecke gesäubert, die Mauern verputzt und ein Betonsockel gegossen werden. Und schon ist die neue Wirlpool im Einsatz. Zugegeben: Whirlpool hat in Frankreich zur Zeit ein schlechtes Image. Nicht mal Monsieur le Président konnte die Firma daran hindern, die Produktion in Frankreich aufzugeben und Arbeitsplätze abzubauen. Umso mehr freuen sich die Menschen in der Slowakei, eine Maschine zusammenzubauen, die dann für 299 Euros in Frankreich verkauft werden kann. Hoffe ich zumindest. Die ersten Waschgänge hat sie jedenfalls perfekt abgearbeitet.