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Urs im Wald

Das erste Mal

Zum ersten Mal hat dieses Wochenende eine wilde Gruppe mich und mein Häuschen im Wald mit einem Besuch beehrt. Drei Tage lang wurde zusammen diskutiert, gelacht, gekocht, gegessen und geschnarcht. Die Hütte hat gezittert und gebebt, den Belastungstest aber mit Bravour bestanden.

Ich freue mich aufs nächste Mal und gehe motiviert an die nächsten Ausbauschritte.

Das Atelier

Kreissäge, Hobel- und Schleifmaschine… nach zehn Jahren Aufenthalt im Lagerraum steht alles an einem neuen Platz und wartet darauf, bedient zu werden. Irgend wie habe ich das Gefühl, auch die Maschinen seien glücklich, endlich an ihrem Bestimmungsort angekommen zu sein.

Zack, zack...

Die Elektriker sind aufgetaucht… … dann werden Drähte eingezogen… … ein Sicherungskasten montiert und alles angeschlossen und … … schon gibt es Licht im ganzen Haus … … und es kann gewohnt werden… … inclusive kaltem Kühlschrank und heissem Wasser. Geht doch! Jetzt fehlt nur noch die Kommunikation. Am nächsten Montag muss ein Monteur das Unmögliche schaffen — sagen meine Nachbarn, denn es seien doch alle möglichen 12 Telefonnummern schon belegt. Mehr stünden nicht zur Verfügung. Sagen sie. Die für den Anschluss zuständige Firma sagt etwas anderes. Mal sehen.

Und jetzt auch noch diese hier

Kaum bin ich mit den Spargelkäfern fertig geworden, muss ich mit der selben Methode bei den Kartoffelkäfern eingreifen. Diese beiden dürfen von mir aus. Ich bin ja nicht so.

Biospargeln

Meine Erfahrungen in der Schweiz mit dem Anbau von Spargeln sind nicht nur erfreuliche. Der Spargelkäfer beziehungsweise seine Larven sind fähig, ganze Pflanzen kahl zu fressen, womit sie geschwächt überwintern und sich im Frühling nicht mehr richtig entwickeln.

Die ersten beiden Jahre meiner Anpflanzung hier in Frankreich freute ich mich besonders, dass ich keine Käfer gefunden habe. Aber diese Saison war Schluss mit Freude. Auf den ersten kleinen Austrieben, die ich in der Schlussphase der Ernte aus Versehen stehen gelassen habe, sind sie aufgetaucht. Zuerst nur einzelne. Aber dann immer mehr. Da sie sich nur auf den wenigen ausgetriebenen Pflanzen versammelt haben, konnte ich sie abends, wenn es kühl wurde und sie zu träge zum Wegfliegen waren, leicht von Hand einsammeln. Während mehrerer Tage konnte ich so etwa 50 Käfer entfernen, bevor sie kopuliert oder Eier gelegt haben. Das ist zumindest meine Hoffnung. Denn es wurden immer weniger, die zugeflogen sind. Hier sehen wir zwei der letzten Mohikaner, die verzweifelt und erfolglos, so macht es den Eindruck, nach Sexpartnern Ausschau halten. Jetzt werde ich die ausgewachsenen Pflanzen auf gefrässige Larven absuchen. Vielleicht hat diese Methode, die zufliegenden Tiere auf wenigen Pflanzentrieben zu versammeln und sie an der Fortpflanzung zu hindern, Erfolg und findet unter der Bezeichnung Coitus interruptus (oder ähnlich) in der biologischen Schädlingsbekämpfung Einzug.