Bald befinde ich mich in einem Tropenwald
Seit bald zwei Wochen vergeht kein Tag, ohne dass nicht etwas Regen fällt. Aber am Vormittag gibt es immer reichlich Sonnenschein. Und so geht es auch weiter:
Das Resultat zeigt sich in der Natur mit einer Fülle von Grün im Laub der Bäume und im Gras in den Wiesen. Da ich auf gewissen Partien zwei Jahre lang nichts geschnitten habe, können sich nur wenige Blumen durchsetzen.
Wenn sich jetzt noch die Temperaturen erhöhen, werde ich mich bald in einer grünen Hölle wiederfinden. Oder vielleicht kommt alles auch ganz anders. Anpassen ist die Devise.
Jetzt müssen die zwei Tonnen Lehm erst mal austrocknen, um dann den Feinverputz anbringen zu können. In der Zwischenzeit bin ich jeden Tag daran, die dazu benötigten 100 Liter Lehm in kleinen Portionen mit meiner Aufschwemmethode aus dem Rohmaterial zu gewinnen. Zeit, um mich wieder anderen Arbeiten hinzuwenden. Es bleibt ja immer noch was zu tun…
Vor allem das Trennen des Lehms vom Kies war mit einem Schüttsieb sehr mühsam kniend zu bewerkstelligen. Jetzt schiebe ich das Material in stehender Haltung relativ bequem mit einem Rakel einfach durch ein gröberes Gitter.
Mit Stroh und Wasser vermanscht drücke ich den Pfludi dann in die vorbereitete Struktur der Wand. Auch da bin ich neue Wege gegangen. Ich hoffe, das Ganze widersteht am Schluss der Schwerkraft und dass ich nicht ein paar Tonnen Erde wieder am Boden zusammenkratzen muss. Aber so viel glaube ich mit den Erfahrungen aus der Version 1.0 abschätzen zu können. Aber ich habe noch sehr viele Flächen zu erstellen. Vielleicht braucht es noch eine Version 3.0.
Diese knapp 12 Ster Brennholz sollten mich den nächsten Winter über die Runde bringen. Zum ersten Mal, seit ich hier wohne, ist es mir gelungen, neben den Aufbauarbeiten und dem laufenden Unterhalt eine gute Reserve an Energie für die kalten Tage aufzubauen. Das beruhigt ungemein. Das meist trockene Wetter der letzten Wochen hat mitgeholfen, dass ich viele schöne Stunden im Wald verbringen durfte.