Lange ersehnt
Wieder einmal klemmt es mit der Zuverlässigkeit der Handwerker. Sowohl der Maurer, wie auch der Elektriker machen trotz wiederholten Bitten keine Aufwartung bei mir. Ich habe letzte Woche auch den plombier, nach von ihm dreimal verschobenen Terminen, schon aufgegeben und mich innerlich vorbereitet, einen neuen zu suchen. Wie aus dem Nichts ist dann trotzdem eine Dreierequippe auf der Baustelle erschienen, hat sich angeschaut, was ansteht und versprochen, am folgenden Tag wieder zu erscheinen. Und tatsächlich: nach einem Tag intensiver Arbeit hat mein zweites Haus eine fertig installiere Kanalisation inklusive Wasseranschluss für Atelier, Küche, Bad, Waschküche und zwei Toiletten. Eine saubere Arbeit von einer zuvorkommenden freundlichen Mannschaft gemacht. So sollte es doch immer sein.
Gestern habe ich dem Elektriker ein E-Mail geschickt und ihm bis Ende Woche ein Ultimatum gestellt.
Rechtzeitig mit den ersten Frostnächten ist der Sitzplatz mit der 20-stufigen Treppe fertig geworden. Letzte Woche hat das noch ganz anders ausgesehen.
Aber irgendwie werden mir diese Steine vertraut. Die hier verwendeten Kalkplatten bildeten den Bodenbelag der Küche des zweiten Hauses und auch für das Fundament verwende ich das Material, das vor Ort herumliegt. Wie das Ganze mit frischem Beton zusammengeklebt sich nun über die Jahre verhält, wird sich zeigen. Seit ich hier bastle, sage ich immer, dass ich mindestens für die nächsten dreissig Jahren davon profitieren möchte…
Dieses Jahr hat meine 100-jährige Rebe an der Hauswand so viele Trauben getragen wie noch nie. Sicher mehr als 5 Kilo haben es mit ein wenig Unterstützung durch zusätzliche Wässerung während der trockenen Wochen des Sommers bis zur Reifung gebracht. Ein Schwarm Hornissen ist nun seit Tagen von früh bis spät daran, die bereits reifen, süssen Beeren anzuknabbern. Mir bleiben dann die noch leicht säuerlichen übrig. Trotzdem: ich bin für jede Unterstützung dankbar.
Sie stammt nicht von den vielleicht 400 Knollen, die ich in den letzten drei Jahren gesetzt habe. Jedes Jahr habe ich geglaubt, mit einer intensiven Jagd nach diesen eigentlich putzigen Pelzträgern den Safran retten zu können. Aber ihrer unterirdischen, heimlichen Lebensweise und ihrer Fruchtbarkeit konnte ich letztendlich nichts entgegensetzen. Von den gepflanzten Knollen sind in diesem Sommer nur noch wenige übrig geblieben. Aufgeben, oder es mit einer letzten Idee nochmals zu versuchen, ist die Devise.
Diese wilde südwestlich exponierte Seite meines Häuschens ist schon lange auf der Liste, um saniert zu werden. Der Auf- und Abstieg in den Keller ist vor allem im Winter ein kleines Abenteuer. Deshalb habe ich mir zum Ziel gesetzt, diesen Sommer mit Bauen anzufangen — und im besten Fall auch abzuschliessen.
Gerodet ist schnell. Aber bis zum ersten Mäuerchen mit seinen zum Teil über 100 kg schweren Steinen dauert es schon länger, eben „einige Rücken“.
Mit dem zweiten und dritten und der Treppe ist dann schon beinahe das Ende in Sicht.
Aber von oben betrachtet sieht das halt anders aus. Ein etwa 20 m2 grosser Vorplatz muss noch ein Fundament erhalten und mit den auf der Baustelle herumliegenden Gesteinsplatten belegt werden. Jetzt, mit dem Ende des Sommers, kann ich hoffen, dass ich das doch noch Programm gemäss schaffe. Dann wartet eine grosse neue Etappe auf mich.
Die ersten Vorarbeiten sind schon erledigt…